Achtsamkeit, Energie, Gesund leben, Ordnung

Die Kraft der Ordnung

Ein Blick durch die Bude. Krümel, Staub, Kleckertropfen. Voller Biomüll, vollgestellte Spüle. Ungewaschene Wäsche. Ich bin wirklich kein sonderlich ordentlicher Mensch. Wer das Glück hatte, mit mir zusammenzuwohnen, weiß das auch – wobei es sicherlich besser geworden ist. Ist euch aufgefallen, dass man immer häufiger Ratgeber zum Thema Ordnung findet? Ich will dem auf den Grund gehen – also habe ich mich auf Ordnungssuche begeben – in meiner Wohnung, im Bücherregal und in mir selbst…

„Die Kraft der Ordnung“ – das Leben aufräumen, ausmisten, sich von Sachen trennen, Struktur reinbringen. Ich glaube ganz fest daran, dass wir ein unterschiedliches Bedürfnis nach Aufgeräumtheit und Sauberkeit haben – das macht das Leben bunt! Und vielleicht kennen wir alle auch das Gefühl, wenn unser Umfeld unserem eigenen Anspruch nicht mehr genügt. Man kommt nach Hause (oder an seinen Schreibtisch in der Firma, vielleicht auch ins eigene Auto) und hat irgendwie ein Gefühl von weniger-zu-Hause-sein. Manchmal schleicht es sich einfach so ein – erst ist es ein ‚ein-Krümel-zuviel-auf-dem-Sofa-Gefühl, es wird zu ‚Ohje-die-Bakterien-im-Kühlschrank-leben-ein-öffentliches-Leben‘ und dann zu ‚ich-komme-hier-rein-und-es-ist-überall-nur-Arbeit-zu-sehen‘. Und das ist irgendwie echt blöd.

Ich frage mich also, wie gut mir Ordnung eigentlich tut. Wenn ich mich an meine Ausbildungsunterlagen setze und an meinem Konzept für Autogenes Training arbeiten will, hilft es mir, wenn ich weiß, wo ich alles finde und einen Platz zum sitzen habe. Doch käme ich in meine Wohnung und sie würde plötzlich aussehen wie die Reinkarnation eines IKEA-Kataloges, wäre mir unheimlich zumute. Wo ist mein persönliches Gleichgewicht? Wie viel Möbelkatalog und wie viel Chaos-ist-cool brauche ich in meinem Alltag?

Fakt ist: es geht mir gut, wenn es in meinem Kopf aufgeräumt ist. Und so wahnsinnig viele Ratgeber lassen glauben, dass die Ordnung im Kopf in der Wohnung anfängt. Zum Teil vertreten sie unterschiedliche Perspektiven. [Hinweis: Mit Klick auf die Bilder gelangt ihr zu Amazon] – da wären zum Beispiel…


Das große Magic Cleaning Buch von Marie Kondo,

die glaubt, dass die Unordnung im Zimmer der Unordnung im Herzen entspricht und ihrem Leser Schritt-für-Schritt-Anleitungen anbietet um das Problem zu lösen.

 


Das magische Aufräumbuch: Loslassen, Ordnung schaffen, durchatmen von Inga Scheidt,

mit vielversprechendem Titel, klaren Grundsätzen, einfachen Tricks und zahlreichen Ideen – sagt zumindest die Autorin.

 


Sieben Tage für ein aufgeräumtes Leben von Denise Colquhoun und Constanze Guhr,

die wirklich verdammt gut sein müssen, wenn sie ihren Lesern was in sieben Tagen beibringen, woran Mütter 18 Jahre lang scheitern. 😉

 

Tja, ne Menge Ideen. Die Autorinnen setzen selbst auf Ordnung für ihre Message – klare Aussagen, klare Hilfestellungen in Form von Listen, Aufzählungen und klar strukturierten Texten. Die können das offenbar schon – einen roten Faden beim Schreiben finde ich nach wie vor beneidenswert. 😉 Wie bringt man bloß seine Gedanken ‚in Ordnung‘? Was die Arbeit angeht, glaube ich, dass Abgrenzung wichtig ist. Und ja, ich denke, dass die Abgrenzung in den meisten Jobs sogar fast noch wichtiger ist, als Engagement. Beides bedingt einander und sorgt dafür, dass wir ‚aufgeräumt‘ zu Arbeit gehen und uns ‚in Ordnung‘ fühlen, wenn wir nach Hause gehen – und dann viele Jahre dazu in der Lage sind, engagierte Arbeit zu leisten.

Und zu Hause helfen mir Prioritäten. Was ist mir jetzt wichtiger: auf der Couch liegen und es mir gut gehen lassen oder das Gefühl zu bekommen, etwas erledigt zu haben? Ich kann wählen! Und wenn ich dann die Gelegenheiten nutze, in denen ich noch Kraft und Energie für etwas Haushalt habe, dann komme ich eigentlich ganz gut hin. Naja, und mein Mitbewohner in Form eines haushaltserfahrenen Mannes, der sehr gut mit Schürze aussieht, ist ja auch noch da. Was für ein Glück für mich – denn der hat manchmal andere Prioritäten als ich. Er findet Klo-Putzen super, ich mag lieber Staubsaugen. Vielleicht hilft einigen ja sogar der Ansporn, mit dem Aufräumen etwas Gutes für jemand anderen zu tun.

Und um den Autorinnen und Autoren der Ordnungs-Ratgeber Tribut zu zollen, gibts von mir jetzt auch noch eine gut strukturierte Liste zum Thema:

  1. Scheiß auf das Ordnungslevel der anderen
  2. Finde heraus, was du brauchst, um dich wohl und geborgen zu fühlen
  3. Überleg dir, wie das Putzen am schnellsten geht – dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du es auch tust
  4. Nutze die Momente, in denen du Energie übrig hast
  5. Wenn es einfach mal sein muss: sieh es als kleines notwendiges Übel, an dass du dich am nächsten Tag schon nicht mehr groß erinnerst
  6. Wenn es nicht sein muss und du keinen Bock hast: lass es!
  7. Und alle guten Dinge sind ja sieben: Hast du genug Geld und/oder einen Haufen Kinder und/oder zu wenig Zeit: organisiere jemanden, der bei dir zu Hause die grundlegenden Putzarbeiten macht. Das ist keine Schande, du schaffst dafür andere Sachen!

So einfach ist das.

Haut rein, ihr Leben!

2 Gedanken zu „Die Kraft der Ordnung“

    1. Hey Eileen!
      Vielen Dank für dein Feedback 🙂 Ich habe echt lange in meinem Leben mit meinem Ordnungssinn kämpfen müssen (also eher weil er nicht da war) und bin jetzt auch froh, dazu eine bessere Einstellung gewonnen zu haben.

      Und du hast Recht: wir können vieles schaffen! 😀
      LG, Alex von entspannt unterwegs

      Gefällt 1 Person

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