Buchempfehlung, Gesundheit, Stress

Buch des Monats August: Das Café am Rande der Welt

Viel erwartet hatte ich nicht. Das schmale und in großer Schrift gedruckte Buch sollte nur als Reiselektüre für eine Bahnfahrt herhalten und ich hatte es eigentlich eher aus Ermangelung anderer Ideen ausgesucht. Und da war es nun, das unauffällige Buch von John Strelecky, einem US-Amerikaner, der – wie ich im Nachhein feststellte – angesagter Personlichkeitsentwicklungscoach und Philosoph ist.

Das Buch wird erzählt von Werbemanager John, der bei seinem Versuch, in den Urlaub zu fahren, irgendwie verloren geht und am besagten Café am Rande der Welt landet. Obwohl ich Johns kurze Gedankenmonologe nicht immer so ganz überzeugend finde, machen sie deutlich, dass John nicht besonders glücklich zu sein scheint. Er sucht etwas, braucht Abstand zu seinem Alltag und erhofft sich das durch eine Woche Urlaub, die er allein antritt. Hungrig, verirrt und mit wenig Rest-Benzin im Tank findet er das Café, in welchem er die gesamte Nacht mit gutem Essen, interessanter Gesellschaft und drei sehr wichtigen Fragen verbringen wird:

„Warum bin ich hier?“ „Habe ich Angst vor dem Tod?“ „Führe ich ein erfülltes Leben?“

Angehalten durch die einfühlsamen Gespräche mit seiner Bedienung und dem herzlichen Küchenchef, beginnt John die Bedeutung dieser Fragen zu verstehen und sie sich zu stellen. Oder besser: sich ihnen zu stellen. Denn, und das ist eine der wichtigsten Botschaften des Buches, ein Mensch, der diese Fragen zu sich durchdringen lässt, wird fortan versuchen dem Zweck der eigenen Bestimmung näherzukommen. Er wird versuchen, mehr nach dem zu streben, was wirklich wichtig ist und was ihn erfüllt. Er wird nicht mehr zu viel arbeiten um zu einem Zeitpunkt X in der Zukunft das machen zu können, was er möchte, sondern er wird die Gegenwart leben, so gut er es kann. Um Selbstbestimmung und die richtigen Prioritäten, um das einfache Glück, geht es in diesem Roman.

Ich würde annehmen, dass nicht nur ich mich ansatzweise in Johns Situation wiederfinde und dass es nicht nur mir gut tut, zu lesen, dass das Richtige tun auch ganz sicher das Richtige sein wird. Denn wie oft haben wir diese Stimme im Kopf, die uns einredet: „Damit kann man kein Geld verdienen“, „was sollen deine Eltern/dein Partner/deine Freunde denken?“ und „das schaffst du nicht“. Die Überzeugung des Autors ist aber, dass ein Mensch, der seine Bestimmung gefunden hat – ganz egal, ob sie in einem angestellten Verhältnis bei einer Bank oder dem Künstlerdasein besteht – so überzeugend sein wird, dass er mit dem was er liebt auch Erfolg haben wird. Seine innere Leidenschaft wird dafür sorgen, dass er davon leben kann und dass andere ihn bei seinem Vorhaben unterstützen, weil seine Passion ansteckend wirkt und andere beflügeln kann.

Ich mochte besonders die gut gewählten Geschichten, die John erzählt wurden und durch derer er wichtige Erkenntnisse gewann – eine handelte beispielsweise von einer grünen Meeresschildkröte. Zwar weniger relevant, aber doch schön, war die Rolle des Essens – John durfte Frühstück abends um elf bestellen, weil es das war, was er wollte und er aß es, als würde es ihm einfach total gut tun. Mein Leseausflug war wirklich rundum gelungen und ich nehme tatsächlich einige Anstöße des Autors mit in meinen Alltag, der auch immer noch viel zu viele Komponenten enthält, die eigentlich nicht so viel meiner Zeit verdienen.


Ich habe euch hier den Link zum Buch bereitgestellt – falls ihr interessiert seid, könnt ihr mir hierüber eine kleine Provision ermöglichen. Darüber freue ich mich zwar, aber noch besser, ihr bestellt bei dem Buchladen eures Vertrauens! 😉

Auf jeden Fall wünsche ich euch viel entspanntes Lesevergnügen bei eurem aktuellen Lieblingsbuch!

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